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Der Zeitgeist ist scheiße

Ich habe mich ernsthaft mit dem Gedanken getragen, die Überschrift auf ein T-Shirt drucken zu lassen. Seit Jahren. Denn er will sich nicht ändern, dieser Zeitgeist.

Getragen von einer politischen Korrektheit hat sich ein kollektives schlechtes Gewissen in unsere Gesellschaft geschlichen, das einem Medien, Politiker und mehr oder minder echte VIPs stetig um die Ohren hauen.

Und mir geht’s auf den Sack.

Die erste Wahrnehmung hatte ich in der Arbeitswelt. Als man den Begriff „Mobbing“ ins Feld führte.

Plötzlich gab es den Drückeberger nicht mehr, den Teamunfähigen, den Faulen, den Blaumacher, den Grenzdebilen – alle weg. Denn die waren ja gar nicht so. Die wurden ja gemobbt.

Danach überschlug sich mein Sensor diesbezüglich. Begriffe, die ich in meiner Schulzeit noch verwenden durfte, waren plötzlich bäh. Und der Sarotti-Mohr ist da nur das kleinste Beispiel.

In der Gegenwart angekommen, wollen mir linke Politiker in Berlin weismachen, daß ich drogendealenden Negern am Kottbusser Tor mit Respekt begegnen muß, weil „man keine Gruppe als negativ darstellen dürfe“.

Wat is‘?

Wo ist sie hin, die bürgerliche Wut? Ich meine nicht den Wutbürger oder den besorgten Selbigen, der in Dresden „spazieren geht“.

Der Hauswart, der ausrastet, weil ihm ein kleiner Scheißer die Häuserwand mit sinnfreien Tags beschmiert hat, und einfach mal eine Schelle austeilt?

Ich habe vor einigen Wochen staubedingt genau neben diesen Arschlöchern gestanden. Ich auf der Straße im Auto, die in einer Horde vor einem engen Zugang zur U-Bahn. Zu fünft oder sechst. Weiße Passanten schlängelten sich geduckt hindurch, um den Verkaufsgesprächen zu entgehen. Junge Mädels bekamen den Extra-Service geboten: man stellte sich süffisant grinsend in den Weg, während die Mädchen links und rechts vergeblich versuchten, an diesen Mehr-wert-als-Gold-Jungs vorbeizukommen, was die durch entsprechende Seitenschritte verhinderten. Nach drei bis vier Tanzschritten wurden sie dann gönnerhaft ausgelacht und durchgelassen.

Ich darf die nicht negativ darstellen? Darf ich denen mit einem Baseballschläger die Kniescheibe neu modellieren? Ich würde es „Zivilcourage“ nennen, wenn der tiefrote Berliner Senat nicht in der Lage ist, mich vor solchen Erniedrigungen zu schützen.

Aber das angesprochene kollektive schlechte Gewissen gibt es auch eine Nummer kleiner.

Wenn mir die Werbung im 30-Sekunden-Takt erhärtete Matsche-Pampe als „vegane Salami“ oder „vegane Chicken Nuggets“ verkauft. Das ist so als wenn Ihnen einer ein Fahrrad als ökologisches Motorrad verkauft.

Und es regt sich so gut wie keiner darüber auf. Keiner fragt, was sich in diesem Fraß eigentlich befindet. Denn Lebensmittelskandale gibt es ja nur, wenn Fleisch involviert ist. Alles andere ist gut. Oder Bio. Bio hat auch seine Schattenseiten – die interessieren aber kein. Weil gut und Zeitgeist.

Den ganzen Artikel hier haben Sie übrigens Margarete Stokowski zu verdanken. Die hat auf Spiegel.de einen Artikel veröffentlicht, der oberflächlich betrachtet zwar gar nicht schlecht ist, über den man aber besser nicht weiter nachdenkt. Was in diesen Zeiten ja verlangt wird.

Denn im Körperbild bei Frauen geht es um „Body-Shaming“ und Dicksein und überhaupt.

Jeder soll sich so lieben wie er ist. Ob fett oder dünn, mit einem scheiß Modegeschmack oder null Niveau.

Okay. Das mit dem Niveau und dem Geschmack hat sie nicht geschrieben. Das ist aber das Resümee ihres Artikels. Verzichtet auf Ästhetik und Wohlgefallen, zeigt jedem Eure Cellulitis.

Daß der Körper bei 20 Kilo Übergewicht der Gesundheit einfach mal den Mittelfinger zeigt, manche Legginsträgerinnen eher etwas von Aspik als Ästhetik haben – scheißegal, Du, Hauptsache, Du fühlst Dich wohl, Du.

Nee, tust Du nicht, aber wenn wir die allgemeine Gleichgültigkeit auch in Dich hineingeprügelt haben, dann merkst Du es wenigstens nicht mehr, daß Du mit 98kg und 1,58m einfach mal aus jeglicher menschlichen Form entwachsen bist.

Der Spiegel kann aber mit seinem Online-Angebot sogar die kleine Polenmaus Maggie noch toppen.

Da wird das Gehirn gewaschen, mit Zeitgeist ultra pur color, da zieht’s einem die Schuhe aus: bento.

Auf diesem hippen Trend-Magazin übernehmen jene, bei denen der Zeitgeist per Muttermilch implantiert wurde, die Macht und erklären jeden, der eine andere Meinung hat – womöglich eine konservative – zwischen den Zeilen zum Vollidioten.

Auf „Über uns“ stellen sich die Hipster mal selber vor. Warum Raphael Raue für die ersten Darstellungen ganz besonders entzückende Zombie-Bilder benutzt hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht wollte er nur diesen Lichtring für Kameras ausprobieren. Daß die alle so gucken als habe ihr Therapeut Urlaub, dafür kann er ja nix.

Ein kleines Beispiel gefällig?

Polizei schlägt Schüler, die eine Abschiebung nach Afghanistan verhindern wollten

Kann man machen, so eine Schlagzeile. Klingt ja gut. Vorausgesetzt, man findet es geil, wenn 1,5 Millionen unbekannte Menschen ein Land fluten, direkt im Sozialsystem einmünden und federleicht gerechnet ca. 2 Millionen Familienangehörige nachholen. Ungeachtet von Gesetzen. Die echten Asylbewerbern einfach mal zeigen, wie doof sie sind.

Da wird suggeriert, daß böse Bullen auf wehrlose Kinderchen eingeprügelt haben. Macht doch gleich ein schickes Bild im Kopf, oder?

Schaut man sich das Ganze auf br.de an, könnte man den dezenten Eindruck bekommen, daß hier Polizisten gezielt angegriffen wurden.

Ich war nicht dabei, bento aber auch nicht.

Neben existenziellen Fragen zur wie auch immer gearteten Sexualität – den Schwachsinn suchen Sie bitte selbst – gibt es ja noch ein anderes Thema, daß man doch so schön bunt darstellen kann: den Islam.

Ein ganz dolles Video macht im Netz die Runde und bento sieht darin endlich die Antwort an alle Skeptiker, die wollen, daß sich Moslems mal von der Gewalt distanzieren.

Orrr, mußt Du das gleich wieder niedermachen?

Ja, muß ich.

Was diese durchgeknallten Gänseblümchenraucher von bento nicht kapieren ist, daß diese ganze Allahuakbar-Kacke nur funktioniert, wenn man nix gegen den Islam hat. Dieses Video ist von Moslems für Moslems. Nicht eine Szene zeigt Berlin, London oder Stockholm. Das Video ist – durchaus nachvollziehbar – an jenen Zustand gerichtet, daß man sich untereinander umbringt. Von Ungläubigen ist da nicht ein Bild zu sehen.

Daß „Islam“ „Unterwerfung“ bedeutet … man wird müde, den geistig Schwachen das wieder und wieder um die Ohren hauen zu müssen.

Hätte eine von den Trullen ihre Kopfwindel abgenommen, hätte man mit einem Glas Wein der Kamera zugeprostet, dann hätte ich einen Wandel gefeiert. Aber so ist das ganze nur für diejenigen, deren Denkhorizont sich zwischen Wand und Tapete erstreckt.

Sie merken schon, ich könnte so stundenlang weitermachen.

Oder ich fahre jetzt zu Aldi, kaufe mir ein schönes Nackensteak für 1,99€, das ich mittags auf den Grill werfe, gebe meiner Frau einen Klapps auf den Hintern, werde sie für ihre Diät und ihren Ausschnitt loben, meiner Tochter drohen, sollte sie jemals zum Islam konvertieren, fliegt sie raus und meinem Kollegen per WhatsApp sagen, daß er eine faule Sau ist und mit seinen Flipflops schwul aussieht.

Dann geht’s wieder ein paar Tage.

Diebesgut 3: Dem Weibe auf’s Maul

Manche Artikel der Medien sind so dermaßen unfaßbar, daß es komplett unnütz wäre, sie kommentiert wiederzugeben. Deshalb lasse ich den Spiegel online-Artikel mal unter Diebesgut laufen:

„Wenn du als Ehefrau beim Sex sprichst, wird dein Kind stottern“

Eine Broschüre mit dem Titel „Ehe und Familienleben“ sorgt in der Türkei für Aufregung. Sie gibt Frischvermählten Tipps. Schläge gegen eine ungehorsame Frau würden demnach „wie Medizin“ wirken.

Von Hasnain Kazim

 Donnerstag, 15.12.2016   22:55 Uhr

 

Wer in der türkischen Stadt Kütahya heiratet, bekommt von der Ortsverwaltung eine kleine Aufmerksamkeit: eine rosafarbene Broschüre mit einer Rose auf dem Cover, darüber ein weißes Herz, Titel „Ehe und Familienleben“. Das Werk soll es Braut und Bräutigam leichter machen, sich im Irrgarten der Ehe zurechtzufinden – es ist ja mitunter alles nicht so einfach.

Allerdings sind die Ratschläge in dieser Broschüre so hanebüchen, dass sie eine Debatte im Land ausgelöst haben.

In dem Ratgeber findet sich zum Beispiel der Hinweis an die Gattin: „Wenn du als Ehefrau beim Sex sprichst, wird dein Kind stottern.“ Oder ein eher allgemein gehaltener, wenn auch zu spät kommender Tipp für den Mann, denn die Eheschließung hat ja schon stattgefunden, wenn er das Schriftwerk in der Hand hält: „Heiratet gebärfreudige, liebenswürdige Frauen, aber sie sollen Jungfrauen sein.“

„Ein, zwei Schläge sind ganz nützlich“

Polygamie sei für den Mann ganz nützlich, heißt es weiter. „Für den Fall, dass die Frau zickig ist, sollte der Mann sich nicht sofort scheiden lassen, damit diese Frau nicht auch noch zum Verhängnis für einen anderen Mann wird. Stattdessen sollte der Ehemann eine zweite Frau ehelichen, damit sie die erste Ehefrau zur Vernunft bringt.“

Das Pamphlet legitimiert zudem Gewalt gegen Frauen: „Eine Frau, die sich nicht für ihren Mann zurechtmacht, ihrem Mann als Herren im Hause nicht gehorsam ist, kann geschlagen werden“, steht dort geschrieben. „Manchmal sind ein, zwei Schläge ganz nützlich, das wirkt wie Medizin. Der Ehefrau wird so in Erinnerung gerufen, wer das Sagen im Haus hat.“

Auch hinsichtlich der Arbeitsteilung empfiehlt die Broschüre ein, nun ja, eher konservatives Modell. „Berufliches Arbeiten ist für die Frau unnütz“, heißt es weiter in den Empfehlungen. „Im Arbeitsleben kann die Frau einen noch attraktiveren Mann als ihren Ehemann sehen und sich in ihn verlieben. Sie soll daher ihre Beine übereinanderschlagen und lieber zu Hause bleiben.“

Das muss doch Satire sein, oder?

Mehrere türkische Zeitungen, darunter „Cumhurriyet“, berichten über die Broschüre, und selbst wer sich mit den Entwicklungen in der Türkei auskennt, muss den Artikel ein zweites Mal lesen, um sicher zu gehen, dass es sich nicht um Satire handelt.

Die Broschüre gibt es wirklich. Der Verfasser heißt Hasan Caliskan und ist ein ehemaliger Mitarbeiter des Amtes für Religionsangelegenheiten. Die Behörde, Diyanet genannt, ist die höchste islamische Autorität des Landes. Sie sorgte zuletzt häufiger für Schlagzeilen, zum Beispiel mit einem Rechtsgutachten, das Verlobten verbietet, zu flirten oder vor der Ehe zusammenzuleben, oder mit einem Comic, in dem das Märtyrertum verherrlicht wird.

Kütahya ist eine Stadt mit gut 200.000 Einwohnern, etwa 250 Kilometer südöstlich von Istanbul. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Der Bürgermeister ist Mitglied der islamisch-konservativen AKP, der Partei von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, einer Partei, deren Politiker schon häufiger durch frauenfeindliche Äußerungen aufgefallen sind wie zum Beispiel, dass Frauen in der Öffentlichkeit nicht laut lachen sollten.

 Kütahya kennt man eigentlich wegen ihrer 5000-jährigen Historie, unterschiedliche Völker haben hier gelebt. Jetzt geht die Stadt mit dieser absurden Broschüre in die Geschichte ein. In der Oppositionspartei CHP ist man entsetzt über die Ratschläge, schließlich habe die Gewalt gegen Frauen unter der AKP zugenommen und werde durch solche Broschüren auch noch legitimiert. Kürzlich erst haben Fälle von Übergriffen für Aufregung gesorgt, ein Fußtritt gegen ein junges Mädchen im öffentlichen Bus zum Beispiel, weil es eine Shorts trug, oder Schläge und Tritte gegen eine Frau, die es gewagt hatte, als Schwangere in einem Park zu joggen.

Bekannt geworden ist die Broschüre aus Kütahya, weil Fatma Kaplan Hürriyet, Abgeordnete der CHP, sie jetzt im Parlament thematisiert hat. Frauenverachtend sei dieses Dokument, erklärte sie. Zur Sprache kam das Thema ausgerechnet bei der Haushaltsberatung des Familien- und Sozialministeriums.

(Quelle: Spiegel online, Text von Hasnain Kazim, vom 15.12.2016)

Ganz wichtig: das ganze hat nichts mit dem Islam im Allgemeinen oder mit der Sure 4:34 im Besonderen zu tun. Immer dran denken, Kinnas!