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Ich Naivchen

Wähnte ich mich vor knapp einem Jahr noch im falschen Film, daß der linksradikale Berliner Senat sich lediglich seine radfahrenden Kindheitsträume erfüllen möchte, bin ich nunmehr mit meiner Frustration ein gutes Stück weiter.

Während Fahrradstrecken ausgebaut werden, die Infrastruktur gezielt zum Erliegen gebracht wird und hirnbefreite Journalisten philisophieren, mit Tempo 30 käme man schneller ans Ziel, nehme ich die B.Z. als einziges Medium wahr, das auch mal gegen diesen Irrsinn spricht.

Aktuell legt Gunnar Schupelius mal wieder den Finger in die Wunde.

In Zeiten wie diesen ist es schwer, sich nicht mit Verschwörungstheoretikern gemein zu tun. Einige haben ziemlich einen an der Waffel.

Und doch gärt in mir die Frage: wie kommt dieser Senat darauf, dem Berliner das Auto zu verbieten?

Sichere Verkehrswege für Radfahrer? Blödsinn, dann würden sie als erstes die Helmpflicht für Radfahrer einführen.

Umweltschutz? Feinstaub? Auch Quatsch, da gibt es den Zigarettenraucher oder Energieverschwender, der Tag und Nacht das Licht unnütz brennen läßt; an die könnte man auch ran. Schneller, effektiver.

Warum also? Welche Motive kann eine linke Regierung haben, die DDR-Schergen und Kommunisten in ihren Reihen hat?

Was wäre, wenn das Auto das letzte Statussymbol ist, das uns vor der Gleichmacherei schützt? Den SUV kann sich eben nicht jeder leisten, nicht mal den Dacia Duster. Durch Primark oder Deichmann sind Markenklamotten oder -schuhe nicht mehr ohne weiteres zu erkennen; man hat eigene Billigmarken zum Verkaufsschlager gemacht. Uhr, Smartphones, Schmuck – dank China für jeden erschwinglich.

Nicht aber das Auto. Es bleibt ein Synonym für Kohle.

Monatskarte und Fahrrad sieht man den sozialen Status nicht an.

Ist das der Grund für das Traumziel der Volksrepublik Deutschland?

Keine Ahnung. Widersprechen Sie mir ruhig. Irgendwie will mir nicht in die Birne, warum man eine Metropole wie Berlin in die Steinzeit zurückbomben will.

Einerseits regen sich gerade diese Entscheidungsträger darüber auf, daß sich sozial Schwache Berlin nicht mehr leisten können, werden aber Dienstleistungen des Handwerkes exorbitant teurer, weil sich jede Firma entweder einen neuen Fuhrpark oder Ausnahmegenehmigungen für den Diesel kaufen muß, und dies auf den Kundenpreis umlegen wird, können die sich doch nicht so ahnungslos stellen, wie sie es derzeit tun.

Noch mehr 30iger Zonen, mehr Parkraumbewirtschaftung (sprich: kostenlose Parkplätze abbauen) und Fahrverbote, die den Verkehr umlenken. Was für ein Schwachsinn.

Verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin für Umweltschutz. Für höhere Strafen, wenn gegen einzelne Normen verstoßen wird. Aber gerecht muß es dennoch bleiben.

Die Autoindustrie, die völlig unbeschadet Staat wie Kunden wie Gesetzgeber bescheißen durfte (schön, daß es noch die USA gibt), hatte mindestens 19 Jahre Zeit, Alternativen zum Verbrennungsmotor vorzustellen bzw. zu entwickeln. Warum ist dies nicht geschehen?

Und jetzt wird die vermeintliche Freiheit des kleinen Bürgers, der sowieso den großen Scheiß bezahlt, eingeschränkt? Ohne eine normale Übergangszeit?

Wo will diese Ex-DDR-Regierung eigentlich hin? Was, wenn plötzlich ein Autohersteller käme und Elektro-Fahrzeuge zu relativ guten Konditionen verkaufen würde? Wo sollen die fahren, wenn Straßen via Fahrradstreifen zurückgebaut werden bzw. wenn in zukünftigen Stadtentwicklungsplänen das Auto nicht mehr vorkommt – völlig egal, mit welchem Antrieb?

Nein, Ladies und Gentlemen, hier geht es nicht um Umweltschutz.

Mach‘ mal lauter!

Nachdem ich meinen gestrigen Post abgesetzt hatte, dachte ich mich regelmäßig in Rage.

Sind Sie Berliner? Diese Stadt erlebt derzeit einen seltsamen Wandel.

War es bis 1989 normal, Bundeswehrflüchtige (die ausschließlich in Peace-Kommunen oder in der Hausbesetzerszene endeten) in Berlin zu beheimaten – zur Erinnerung: hier gab es aufgrund des Alliiertenstatus‘ keine Wehrpflicht – zogen nach dem Mauerfall erst die Bonner hierher und danach jeder Dorftrampel, der hier mit der aufstrebenden Wirtschaft Karriere machen wollte.

Dagegen hat ja keiner ‚was.

Wogegen ich sehr viel habe, ist das Dorfleben nach Berlin zu verfrachten.

Gut, Bus und Bahn fahren hier seit Jahrzehnten nicht nach einem Hauptstadtplan, sondern eher so als sei man überrascht, daß es ein Nachtleben gibt.

Aber muß hier tatsächlich eine Idylle entstehen, die nach Kuhdunk und Irgendwas-Büttel stinkt? Zieht man nach Berlin – und ich meine: BERLIN! -, um dann seine Folklore einzubringen, die einen eben von einem Berlin unterscheidet? Schlimm genug, daß dieser unsägliche Döner-Fraß mittlerweile als Berliner Speise gilt. Da brauche ich nicht noch schwäbische Gemütlichkeit auf Sojakeim-Basis.

Ich übertreibe? Mit Nichten.

In unserem Stadt-Staat sitzen mittlerweile jene Menschen, die das Dorfleben total knorke finden, die DDR doch als Staatsform anerkennen oder mehr Wert auf Gender-Toiletten als funktionierende Schul-Klos legen. Die Grünen, Die Linke und die SPD. Letztere dümpelt ja seit Jahren in der Regierung mit und regt sich im jeweils aktuellen Wahlkampf dann über die Zustände in der Stadt auf. Bißchen schizo, aber die Berliner scheinen es zu mögen.

Man kann darüber streiten, ob in jeder Seitenstraße Tempo 30 notwendig ist. Oder ob vor einem Gymnasium dieses Tempolimit Sinn macht, wenn die Träger der zukünftigen Gesellschaft zu blöd sind, eine Straße zu überqueren. Zumindest das drückte man in den 80iger und 90iger heimlich, still und leise durch.

Nun ist ja das Totschlagargument Feinstaub-und-CO²-Ausstoß in aller Munde. Mit dieser Öko-Waffe möchte man nun auch auf Hauptstraßen die 30 Stundenkilometer durchsetzen. Auch hier ließe sich streiten. Womöglich könnte man mich hier und da sogar überzeugen.

Wenn da nicht das parallele Projekt wäre, Berlin in eine Fahrradstadt zu verwandeln.

Auf immer mehr ohnehin schon zugestauten Hauptstraßen nimmt man flugs eine Spur weg und ersetzt sie durch einen Fahrradstreifen.

Auch hier wäre ich kompromißbereit. Wäre da nicht die verlogene Strategie des Berliner Senats. Die interessiert es nämlich einen Dreck, was der Berliner möchte. Hier zählt einzig und allein die grüne Phantasie. Lesen Sie sich hierzu mal den Artikel im Tagesspiegel vom 22.02.2017 durch. „Negative“ oder „schwarze Pädagogik“. Na? An was erinnert Sie das?

Mich an finstere DDR-Zeiten.

Der Verkehrskollaps als Agenda reicht ja nicht. Jetzt wollen diese Dorfdeppen die Stadt Berlin auch leiser machen.

Noch mal: B E R L I N .

Ich will mein Berlin nicht leiser haben. Bzw.: das, was ich gerne leiser hätte, wird unter Rassismus verbucht. Wenn Kleinkinder an Häuserfassaden bis 1 Uhr nachts Fußball spielen, weil Ramadan ist.

Da die Torfköppe Berlin nicht kennen, starten sie einfach mal eine Umfrage, wo es denn laut sei. Die B.Z. berichtete gestern darüber. (Das Melde-Portal funktionierte übrigens bis jetzt nicht, was ich schadenfroh anmerken möchte.)

Auch da droht man schon wieder mit dem erhobenen Tempo-30-Schild.

Die Stadt wird langsam, leise und irgendwann tot. Diese Stadt lebt von ihrem Trubel.

Die ersten Anzeichen, daß Fluglinien ihre Flüge von und nach Berlin einstellen, werden einfach ignoriert.

Als die Columbiahalle am Columbiadamm eine Lärmschutzmauer aufstellen mußte, weil Mieter der dortigen Neubauten über zu viel Lärm bei Musikveranstaltungen klagten, lachte ich das noch als kleine Anekdote weg. Wer zieht denn neben ein Event-Club und regt sich dann auf?

Diese Logik scheint in dieser kranken Stadt aber mittlerweile den gesamten Senat erfaßt zu haben.

Diebesgut 4: Klimapioniere – um jeden Preis

Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich keine Ahnung vom Klima. Ehrlich nicht. Das Wetter, das wir da draußen haben, hatten wir in den 80igern auch. Da hatten wir auch das Waldsterben. Und der Wald ist ja weg, wissen wir ja.

Dieses bekloppte Umrechnen, wieviel CO² ich beim Onanieren produziere, nur um mir ein schlechtes Öko-Gewissen einzureden, an dem komischer Weise nur andere verdienen, geht mir schon lange gegen den Strich.

Unterbewußt regte sich in mir auch ein anderer Gedanke. Den hat nun der Tagesspiegel mit einem Gastbeitrag eines AfD-Politikers an die Oberfläche gezerrt.

(Ja, lesen Sie das ruhig noch einmal. Da steht tatsächlich AfD und Tagesspiegel.)

Bitteschön:

 

Der Senat träumt von teuren E-Bussen statt gasbetriebene Busse fahren zu lassen

Schon dem ersten Satz des Gastbeitrages meines Abgeordnetenkollegen, des „Klimaaktivisten“ (Wikipedia) Georg P. Kössler im Tagesspiegel vom 9. April muss widersprochen werden: „Berlin steht beim Klimaschutz vor großen Herausforderungen, die große Ideen verlangen“, heißt es da. Nun ist ja bekannt, dass insbesondere linksgrüne Politiker davon beseelt sind, ganz große, am liebsten weltverändernde Räder zu drehen. Dennoch ist dieser Satz Mumpitz.

Lassen wir einmal die bei weitem nicht abschließend geklärten Fragen außen vor, ob der Klimawandel menschengemacht ist, welchen Anteil CO2 daran hat und vor allem, ob er etwas Schlechtes ist. Dann bleiben folgende nackte Fakten: Der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß belief sich 2016 auf 2,23 Prozent. Der Verkehr hatte daran einen Anteil von rund 20 Prozent Macht 0,446 Prozent Anteil am weltweiten Ausstoß. Berlin wiederum hat einen Anteil von rund 1,07 Prozent am gesamtdeutschen CO2-Ausstoß; daraus ergibt sich für den Berliner Verkehr einschließlich aller Öffentlichen sowie des Flug- und Schiffsverkehrs ein Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen von sagenhaften 0,00477 Prozent.

Dieser Anteil ist derart niedrig, dass er das Gerede von den „großen Herausforderungen“ als hohles Propagandageschwätz entlarvt. Berlin kann nicht das geringste am Klimawandel ändern. Selbst wenn in Berlin überhaupt kein CO2 mehr emittiert würde, würde dies den Klimawandel bestenfalls um ein paar Minuten verlangsamen. Für diese paar Minuten aber werden ungezählte Millionen aus dem Fenster geworfen; allein 100 Millionen Euro lässt sich Rotrotgrün zum Beispiel das absehbar defizitäre Stadtwerk kosten, mit dem verstärkt sogenannter Ökostrom an die Berliner verkauft werden soll.

Die Kosten für den Dämmwahn auf die Mieter umgelegt

Mindestens ebenso verheerend sind die mit diesen 0,00477 Prozent begründeten massiven sonstigen Kosten, die den Bürgern durch den blindwütigen Klimawahn entstehen: Höhere Stromkosten durch so genannte „erneuerbare Energien“ (ein Terminus, angesichts dessen Unsinnigkeit es jeden Physiker schüttelt), höhere Mieten durch den Dämmwahn, dessen Kosten auf die Mieter umgelegt werden, höhere Preise im ÖPNV durch die im Vergleich zu bewährten Fahrzeugen wesentlich höheren Anschaffungskosten exotischer und nicht praxistauglicher Elektrobusse und die steigenden Strompreise, die den Betrieb von U- und S-Bahnen (und irgendwann auch der E-Busse) teurer machen werden. Und dann wären da nicht zuletzt die immer massiveren Einschränkungen des Individualverkehrs, die zwar stets mit wohlklingenden Worten als umwelt- und klimaschützend verkauft werden, letztlich aber nichts anderes sind als der zu repressiver Politik geronnene pathologische Autohass von Grünen und Linken.

Mit derartigem und zudem kostspieligen Dirigismus werden die Bürger nicht „mitgenommen“, wie es Politiker aus dem linken Spektrum immer wieder fordern (und dabei vollkommen übersehen, dass die Bürger oftmals nirgendwohin mitgenommen werden, sondern da bleiben wollen, wo sie sind), sondern abgeschreckt. Wenn es der Politik wirklich um Klimaschutz und nicht Dirigismus ginge, würde sie ihre Maßnahmen nicht ohne Rücksicht auf Nerven und Geldbeutel der Bürger durchpeitschen. Wenn wirklich wirksame Maßnahmen gewünscht wären, würde man realistische Lösungen suchen und nicht unausgereifte Konzepte zum Nonplusultra erklären und mit Sprechblasen à la „Berlin steht vor großen Herausforderungen“ bewerben. 

Dem Senat geht es nicht um praktische Lösungen

Nehmen wir das Beispiel der von Herrn Kössler so gelobten Elektrobusse: Bis auf einen in der Testphase befindlichen aber gleichzeitig mit hoher Ausfallrate belasteten Bus gibt kein einsatzfähiges und für die Berliner Anforderungen geeignetes Elektrobusmodell. Wo soll zudem der zusätzliche Strom für diese E-Busse (und die von R2G gewünschten E-Taxis, E-Lastenräder, E-Lieferwagen und E-Autos) herkommen, wenn schon der derzeitige Strombedarf Berlins nur zu einem Bruchteil aus Ökostrom gedeckt werden kann? Will Rotrotgrün die Brandenburger Wälder roden und das Land mit Windrädern zuspargeln?

Was es aber gibt, sind gasbetriebene Busse, die nicht nur wesentlich umweltfreundlicher sind als die großen Dieselgelben, sondern im Gegensatz zu Elektrobussen auch praxistauglich, selbst im Winter. Dass der Senat diese Busse, die in anderen Städten bereits hunderttausende von Kilometern problemlos absolviert haben, für Berlin nicht einmal in Erwägung zieht und stattdessen von teuren E-Bussen träumt, zeigt, dass es hier gar nicht um den tatsächlichen „Schutz des Klimas“ (wie immer man zu diesem wissenschaftlich unhaltbaren Begriff steht) und nicht um praktische Lösungen geht.

Vielmehr soll der „Klimaschutz“ einerseits dazu dienen, aller Welt zu zeigen, dass man sich hierzulande mal wieder nicht übertreffen lässt. So wundert es nicht, dass die Klimaeiferer von Links und Grün, die kleinen Schritte stets als ungenügend abtun und statt dessen stets das Große, Optimale, aber Unerreichbare anvisieren. Gleichzeitig soll das behauptete Damoklesschwert der Klimakatastrophe auch weiterhin dazu dienen, dirigistische und repressive Maßnahmen gegen die Bevölkerung durchzusetzen.

[…]

Der Autor ist Sprecher der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus für Umwelt, Verkehr und Klima.

 

(erschienen am 19.04.2018 im Tagesspiegel , von Frank Scholtysek, der Text wurde um Text-Links sowie parteipolitische Erklärungen der AfD gekürzt)

Der Zeitgeist ist scheiße

Ich habe mich ernsthaft mit dem Gedanken getragen, die Überschrift auf ein T-Shirt drucken zu lassen. Seit Jahren. Denn er will sich nicht ändern, dieser Zeitgeist.

Getragen von einer politischen Korrektheit hat sich ein kollektives schlechtes Gewissen in unsere Gesellschaft geschlichen, das einem Medien, Politiker und mehr oder minder echte VIPs stetig um die Ohren hauen.

Und mir geht’s auf den Sack.

Die erste Wahrnehmung hatte ich in der Arbeitswelt. Als man den Begriff „Mobbing“ ins Feld führte.

Plötzlich gab es den Drückeberger nicht mehr, den Teamunfähigen, den Faulen, den Blaumacher, den Grenzdebilen – alle weg. Denn die waren ja gar nicht so. Die wurden ja gemobbt.

Danach überschlug sich mein Sensor diesbezüglich. Begriffe, die ich in meiner Schulzeit noch verwenden durfte, waren plötzlich bäh. Und der Sarotti-Mohr ist da nur das kleinste Beispiel.

In der Gegenwart angekommen, wollen mir linke Politiker in Berlin weismachen, daß ich drogendealenden Negern am Kottbusser Tor mit Respekt begegnen muß, weil „man keine Gruppe als negativ darstellen dürfe“.

Wat is‘?

Wo ist sie hin, die bürgerliche Wut? Ich meine nicht den Wutbürger oder den besorgten Selbigen, der in Dresden „spazieren geht“.

Der Hauswart, der ausrastet, weil ihm ein kleiner Scheißer die Häuserwand mit sinnfreien Tags beschmiert hat, und einfach mal eine Schelle austeilt?

Ich habe vor einigen Wochen staubedingt genau neben diesen Arschlöchern gestanden. Ich auf der Straße im Auto, die in einer Horde vor einem engen Zugang zur U-Bahn. Zu fünft oder sechst. Weiße Passanten schlängelten sich geduckt hindurch, um den Verkaufsgesprächen zu entgehen. Junge Mädels bekamen den Extra-Service geboten: man stellte sich süffisant grinsend in den Weg, während die Mädchen links und rechts vergeblich versuchten, an diesen Mehr-wert-als-Gold-Jungs vorbeizukommen, was die durch entsprechende Seitenschritte verhinderten. Nach drei bis vier Tanzschritten wurden sie dann gönnerhaft ausgelacht und durchgelassen.

Ich darf die nicht negativ darstellen? Darf ich denen mit einem Baseballschläger die Kniescheibe neu modellieren? Ich würde es „Zivilcourage“ nennen, wenn der tiefrote Berliner Senat nicht in der Lage ist, mich vor solchen Erniedrigungen zu schützen.

Aber das angesprochene kollektive schlechte Gewissen gibt es auch eine Nummer kleiner.

Wenn mir die Werbung im 30-Sekunden-Takt erhärtete Matsche-Pampe als „vegane Salami“ oder „vegane Chicken Nuggets“ verkauft. Das ist so als wenn Ihnen einer ein Fahrrad als ökologisches Motorrad verkauft.

Und es regt sich so gut wie keiner darüber auf. Keiner fragt, was sich in diesem Fraß eigentlich befindet. Denn Lebensmittelskandale gibt es ja nur, wenn Fleisch involviert ist. Alles andere ist gut. Oder Bio. Bio hat auch seine Schattenseiten – die interessieren aber kein. Weil gut und Zeitgeist.

Den ganzen Artikel hier haben Sie übrigens Margarete Stokowski zu verdanken. Die hat auf Spiegel.de einen Artikel veröffentlicht, der oberflächlich betrachtet zwar gar nicht schlecht ist, über den man aber besser nicht weiter nachdenkt. Was in diesen Zeiten ja verlangt wird.

Denn im Körperbild bei Frauen geht es um „Body-Shaming“ und Dicksein und überhaupt.

Jeder soll sich so lieben wie er ist. Ob fett oder dünn, mit einem scheiß Modegeschmack oder null Niveau.

Okay. Das mit dem Niveau und dem Geschmack hat sie nicht geschrieben. Das ist aber das Resümee ihres Artikels. Verzichtet auf Ästhetik und Wohlgefallen, zeigt jedem Eure Cellulitis.

Daß der Körper bei 20 Kilo Übergewicht der Gesundheit einfach mal den Mittelfinger zeigt, manche Legginsträgerinnen eher etwas von Aspik als Ästhetik haben – scheißegal, Du, Hauptsache, Du fühlst Dich wohl, Du.

Nee, tust Du nicht, aber wenn wir die allgemeine Gleichgültigkeit auch in Dich hineingeprügelt haben, dann merkst Du es wenigstens nicht mehr, daß Du mit 98kg und 1,58m einfach mal aus jeglicher menschlichen Form entwachsen bist.

Der Spiegel kann aber mit seinem Online-Angebot sogar die kleine Polenmaus Maggie noch toppen.

Da wird das Gehirn gewaschen, mit Zeitgeist ultra pur color, da zieht’s einem die Schuhe aus: bento.

Auf diesem hippen Trend-Magazin übernehmen jene, bei denen der Zeitgeist per Muttermilch implantiert wurde, die Macht und erklären jeden, der eine andere Meinung hat – womöglich eine konservative – zwischen den Zeilen zum Vollidioten.

Auf „Über uns“ stellen sich die Hipster mal selber vor. Warum Raphael Raue für die ersten Darstellungen ganz besonders entzückende Zombie-Bilder benutzt hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht wollte er nur diesen Lichtring für Kameras ausprobieren. Daß die alle so gucken als habe ihr Therapeut Urlaub, dafür kann er ja nix.

Ein kleines Beispiel gefällig?

Polizei schlägt Schüler, die eine Abschiebung nach Afghanistan verhindern wollten

Kann man machen, so eine Schlagzeile. Klingt ja gut. Vorausgesetzt, man findet es geil, wenn 1,5 Millionen unbekannte Menschen ein Land fluten, direkt im Sozialsystem einmünden und federleicht gerechnet ca. 2 Millionen Familienangehörige nachholen. Ungeachtet von Gesetzen. Die echten Asylbewerbern einfach mal zeigen, wie doof sie sind.

Da wird suggeriert, daß böse Bullen auf wehrlose Kinderchen eingeprügelt haben. Macht doch gleich ein schickes Bild im Kopf, oder?

Schaut man sich das Ganze auf br.de an, könnte man den dezenten Eindruck bekommen, daß hier Polizisten gezielt angegriffen wurden.

Ich war nicht dabei, bento aber auch nicht.

Neben existenziellen Fragen zur wie auch immer gearteten Sexualität – den Schwachsinn suchen Sie bitte selbst – gibt es ja noch ein anderes Thema, daß man doch so schön bunt darstellen kann: den Islam.

Ein ganz dolles Video macht im Netz die Runde und bento sieht darin endlich die Antwort an alle Skeptiker, die wollen, daß sich Moslems mal von der Gewalt distanzieren.

Orrr, mußt Du das gleich wieder niedermachen?

Ja, muß ich.

Was diese durchgeknallten Gänseblümchenraucher von bento nicht kapieren ist, daß diese ganze Allahuakbar-Kacke nur funktioniert, wenn man nix gegen den Islam hat. Dieses Video ist von Moslems für Moslems. Nicht eine Szene zeigt Berlin, London oder Stockholm. Das Video ist – durchaus nachvollziehbar – an jenen Zustand gerichtet, daß man sich untereinander umbringt. Von Ungläubigen ist da nicht ein Bild zu sehen.

Daß „Islam“ „Unterwerfung“ bedeutet … man wird müde, den geistig Schwachen das wieder und wieder um die Ohren hauen zu müssen.

Hätte eine von den Trullen ihre Kopfwindel abgenommen, hätte man mit einem Glas Wein der Kamera zugeprostet, dann hätte ich einen Wandel gefeiert. Aber so ist das ganze nur für diejenigen, deren Denkhorizont sich zwischen Wand und Tapete erstreckt.

Sie merken schon, ich könnte so stundenlang weitermachen.

Oder ich fahre jetzt zu Aldi, kaufe mir ein schönes Nackensteak für 1,99€, das ich mittags auf den Grill werfe, gebe meiner Frau einen Klapps auf den Hintern, werde sie für ihre Diät und ihren Ausschnitt loben, meiner Tochter drohen, sollte sie jemals zum Islam konvertieren, fliegt sie raus und meinem Kollegen per WhatsApp sagen, daß er eine faule Sau ist und mit seinen Flipflops schwul aussieht.

Dann geht’s wieder ein paar Tage.

Wo geht es hin?

Vom weihnachtlichen, urlaubsbedingten Trubel abgesehen, hat es hier eine Pause gegeben, weil mich der 19.12.2016 ein wenig aus der Bahn warf.

Nicht der Anschlag an sich, sondern der Umgang damit. Daß wir Zielscheibe von Moslems sind, müßte jedem Depp im hintersten Kuhkaff klar sein. All‘ unsere Sicherheitsbehörden sind kleingespart, vom Selbstbewußtsein her auf Mikrobasis geschrumpft und dem Irrsinn des Datenschutzes unterworfen. Drehen denen die ausländischen Geheimdienste die Informationsquellen zu, vegetieren sie als bessere Politessen dahin.

Ein schwarz-rot-gold angestrahltes Brandenburger Tor, eine dröge dreinblickende Demenz-Kanzlerin und Blumenspots rund um den Tatort. Mich gruselt’s, wenn ich sehe, wie wir damit umgehen. Vielleicht sind einige Aktionen an mir vorbeigegangen. Hatten wir Halbmast-Fahnen? Eine Schweigeminute über der Bundesrepublik wie Tage nach 9/11? Regierungsmitglieder, die einen Marsch über den Ku’damm wagten wie der Fake-Marsch in Paris? Irgendetwas? Ein Stand-United, aber eben für den deutschen Michel?

Ich nahm in den Medien nur wahr, wie sich alle Verantwortlichen gegenseitig die kleingeschwiegende Schuld zuschoben. Merkel duckte sich nach ihrer nichtssagenden Schwafelrede einfach weg und ging zum Tagesgeschäft über.

Die so gegen jeden Rassismus und jedes Vorurteil gefeiten Medien finden sofort eine neue Schublade: „Gefährder“. Wenn es etwas wütender zugeht, bekommt man noch den Zusammenhang zum IS hin. Die dicke Pausbacke wird einfach namentlich erwähnt und jeglicher Bezug zum Koran oder zum Islam unterschlagen.

Und der deutsche Michel schafft auch hier das Unfaßbare: nicht die Islam-Verbände oder einschlägig bekannte Moscheen müssen sich rechtfertigen, welche braun-grüne Brut sie beherbergen oder sogar mitzüchten, nein, die Deutschen machen sich untereinander fertig, wie es denn sein konnte, daß. Nur halbherzig wird mal in homöopatischen Dosen angedeutet, daß der Verzicht, sein Land durch Grenzen und -kontrollen zu schützen, daran Schuld sein könnte. Spricht es jemand aus, wird mit der trapsenden Nachtigall klar, daß diese Kritik ohne Wahlkampf auch nie gekommen wäre.

Womit ich bei meiner Beitragsüberschrift wäre.

Aber – hey – Dschungelcamp geht ja bald wieder los.

Stück für Stück

Als Alice Schwarzer 2008 in ihrem Buch Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz schrieb, in vielen wichtigen Instanzen würden mittlerweile jene sitzen, die dem politischen Islam den Weg bereiten, hielt ich dies für übertrieben.

Als Aydan Özoğuz ihre Karriere in der SPD begann, bekam ich Zweifel an meiner Einschätzung hinsichtlich des Schwarzer-Buches. Immerhin sind ihre Brüder Yavuz und Gürhan Islamisten. Man bemerke den feinen Unterschied: hier wird nicht mal mehr schöngeredet, sondern das diplomatisch relevante Wort „Islamist“ verwendet. Daß sich Aydan von ihnen „distanziert“ hat: geschenkt. In letzter Instanz zählt für Moslems die Umma – die Gemeinschaft im allgemeinen. Und die Familie im besonderen steht ohnehin über allem. Als Frau sowieso.

Spätestens nach ihrer Spontanäußerung zu Durchsuchungen salafistischer Einrichtungen, weiß man, wie sie wirklich tickt. Möglicherweise gemäßigter als ihre Brüder, aber nicht weniger gefährlich für eine Demokratie.

Michael Müller, Hauptstadtbürgermeister, beruft nun  Sawsan Chebli als Staatssekretärin ins Amt.

Wer wissen möchte, wie die so tickt, bedient sich eines Textes auf der Achse des Guten von Antje Sievers vom 05.08.2016.

Und so muß ich meine Meinung zu Schwarzers Buch erneut revidieren. Sie hatte wohl recht. Stück für Stück nehmen Anhänger dieser menschenverachtenden Bewegung wichtige Posten ein. Stück für Stück tasten sie sich vor, mit fragwürdigen Statements, die sie bei Kritik einfach relativieren.

Absurder Weise wären solche Anmerkungen ohne Kritik genau so stehengeblieben …

Distanzieren Sie sich doch mal

Irgendein anonymisierter Wohlstandsbalg der Linken trug auf einem Parteitreffen ein T-Shirt mit dem RAF-Logo. Also jenen selbstverliebten Hackfressen, die anfänglich eine politische Meinung hatten und sich danach nur noch um ihren eigenen Kosmos kümmerten. Wie Terroristen halt so sind.

Ui. Und da hat man dem Basti S. aber mal anständig … also … so ‚was von … Geschichtsunterricht gegeben.

„Kleidung ist für mich Ausdruck meiner Individualität“, sagte er am Rande der Versammlung.

Nee, is‘ klar, Basti. Hakenkreuze sind ähnlich scheiße, aber auch nur Ausdruck dämlicher Individualität.

Nun ist der Umstand schon bescheuert genug. Aber Daniel Tietze (39), Linke-Fraktionschef in der BVV, konnte das noch toppen:

„Ich habe den jungen Mann gleich angesprochen, er ist in Tränen ausgebrochen, hat sich entschuldigt und von seiner Dummheit distanziert. Das war eine Unbedarftheit. Er hat sofort anstandslos einen Pullover übergezogen.“

Daß der Individualist geflennt hat und „unbedarft“ war – eine Musterentschuldigung für zukünftige Bomberjacken-Glatzen-Deppen – geschenkt.

Highlight für mich Zeitgeist-Hasser ist allerdings das Novum, man könne sich jetzt von seiner eigenen „Dummheit distanzieren“. Wie geil.

Und dann?

„Du, ich distanziere mich von meiner Dummheit!“ Zack! Schlau.

Oder wie?

(Quelle: B.Z. online, Zitate aus diesem Text der B.Z.)

Die sind nicht alle so. Wir schon.

Den Zeitgeist schwermütig sich selbst anzulasten … darin sind wir Deutschen ja Weltklasse.

Einmal mehr findet sich heute ein Artikel in der B.Z., der uns mehr oder minder direkt den genetisch bedingten Rassismus attestiert.

Gab es doch gestern im selben Medium eine herzzerreißende Story über Flüchtlinge, die auch Berlin-Steglitz als Hochburg des Hasses entlarvte.

Nein, keine geköpfte Ehefrau, kein niedergestochener Jugendlicher, kein Schußwaffengebrauch, keine vaginal-betastete 13jährige – viel schlimmer, halten Sie sich fest, sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt: eine nebulöse, nicht näher bezeichnete Beleidigung, ein Anti-Moschee-Aufkleber, Müll im Briefkasten und der nachträglich aufgekrakelte Schriftzug „Kanakensau“ auf’m Briefkasten. Bämm.

Das beschäftigte mich schon. Warum der Staatsschutz dort nicht ermittelt – oder zumindest diese Kahane-Maas-Kombo.

Nicht nur mir bereitete dieser rechtsradikale Terror an dieser Refugees-Romanze eine schlaflose Nacht, auch Reinhard Mohr ist fassungslos. Leider nicht sprachlos, denn er will’s gleich global wissen und sieht Hemmschwellen sinken.

Natürlich nur bei – Zitat – Inländern. Und sitzt vermutlich wippend in der Ecke und fragt sich „Warum nur? Warum nur?“.

Also daran, daß man – übrigens auch im selben Medium – tagtäglich lustige Geschichte von Hinzugereisten liest – Dauerbrenner sind ja Kotti und Görli -, nee, also daran kann es nicht liegen. An der Frequenz dieser Nachrichten. An dem vermeintlichen Glück, das alles nur als Nachrichten und nicht als Geschädigter wahrnehmen zu müssen.

Es kann also nur daran liegen, daß der böse Deutsche – nee, diese hirnverschwurbelte Logik lesen Sie im letzten Absatz mal schön alleine.

Unterm Strich: nicht das fragwürdige Weltbild eingereister Rückständiger ist zu hinterfragen, sondern der hiesige Dummbatz, der einfach nicht gefragt werden braucht, wie seine Welt aussehen soll, muß mal wieder sein Verhalten ändern.

Das hat natürlich nichts mit Vorurteilen zu tun. „Die“ sind nicht alle so. Wir schon.

 

(überarbeitet, 28.10.2016)